Longieren

Sehr bald nach Veneroso’s Einzug begann wir mit dem Longieren. Wie schon erwähnt war an Reiten noch nicht zu denken wegen seiner fehlenden Muskultatur und seines Untergewichtes.
Ich kaufte mir einen Kappzaum, eine Longe und eine Longierpeitsche und los gings.

Angst vor der Peitsche

Schon an der Longe zeigte sich, dass er in der Vergangenheit offensichtlich mit sehr viel Druck und wahrscheinlich auch Prügel gearbeitet wurde.
Er rannte kopflos, mit durchgedrücktem Rückenund hoch gerissenem Kopf um mich herum und hatte so viel Angst vor der Peitsche, daß ich mich entschloss, ihn erstmal ohne Peitsche zu longieren.
Veneroso hatte keine Balance, keinen Takt und fiel sehr stark auf die linke Schulter. Am Aufälligsten aber war, daß er sich nicht dehnen konnte. Vorwärts abwärts sieht anders aus.

Longieren über Stangen

Es gab also eine Menge zu erarbeiten und in ganz kleinen Schritten, mit Stimmhilfen und viel Lob wurde Veneroso über die Zeit langsam ruhiger und entspannter.
Wir arbeiteten im Schritt und Trab viel mit Stangen und Cavalettis, das hat ihm sehr geholfen, sich auszubalancieren, über den Rücken zu gehen und sich nach vorwärts abwärts zu dehnen. Da er ruhiger wurde konnte ich damit beginnen, an Stellung und Biegung zu arbeiten.

Lesetipp1:
Gute Tipps zum richtigen Longieren bekommt ihr z.B. hier:
Der neue Longenkurs: die Basis ist gutes Laufen von Babette Teschen

Dualaktivierung nach Michael Geitner

Eine Stallkollegin longierte ihr Pferd durch Gassen von gelben und blauen Stangen.
Dies war neu für mich und ich fragte und las nach. Es handelte sich um die Dualaktivierung nach Michael Geitner.
Ich erfuhr, dass diese spezielle Trainings für das Pferd eine Art Gehirn-Jogging bedeutet.
Balance, Takt, Aktivierung der Hinterhand, Koordination und einiges mehr können dadurch gefördert werden.
Das gefiel mir und so begann ich Veneroso durch diese Stangengassen zu longieren. Er verstand erstaunlich schnell, dass er sich durch die Gassen fädeln muss und ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass es ihm half, besseren Takt und Balance zu finden. Diese Übung machen wir in reglemäßigen Abständen immer wieder mal.

Lesetipp 2:
Dualaktivierung nach Michael Geitner

Bodenarbeit/Übertreten
Wirklich nützlich ist immer wieder unser gemeinsamer Spaß an der Bodenarbeit. So wechseln wir noch heute zwischen longieren und Bodenarbeit.
Ich lasse ihn zwischendurch immer wieder auch um mich herum übertreten und entlasse ihn dann wieder zur Entspannung auf den Longierzirkel.
Die intensive vorsichtigeArbeit hat sich gelohnt: Veneroso hat mittlerweile keine Angst mehr vor Peitschen, Gerten und fuchtelnden Menschen und bleibt sogar ruhig, wenn neben ihm ein Pferd an der Longe und mit Peitsche gearbeitet wird.

Lesetipp 3:
Die 9 schlimmsten Fehler beim Longieren
von Herzenspferd