Veneroso’s neues Zuhause im Offenstall

Der Offenstall

Das wurde Veneroso’s neues Zuhause: ein kleiner hübscher Offenstall mit ca. 15 Pferde.
Von dem Lusitanofohlen Mio bis zu der über 30 Jahre alten Shetty-Stute Stella sind Pferde aller Rassen und jeden Alters vertreten.
Die Pferde leben in einem großen Auslauf, in dessen Mitte sich der kleine schön angelegte Reitplatz befindet.
Es gibt 3 nicht sehr breite, aber ca. 300 Meter lange Koppeln, auf denen die Pferde während der Weidesaison 2 mal am Tag mehrere Stunden grasen.
Vor Wind und Wetter können sich die Pferde im Windschott oder im Stall schützen.
Im Stallgebäude befinden sich auch das Reiterstüberl, die Futterkammer und unsere Spinde.
Ganz wunderbar finde ich, dass alle Reiter hier sich mit der klassischen Reitweise befassen und daran arbeiten, sich kontinuierlich zu verbessern. Auch ist das Interesse für Working Equitation vorhanden! Das paßt ganz prima!

Am 17.07.2013 Nachts gegen 23.00 Uhr Veneroso’s Ankunft – endlich!

Was für ein unbeschreibliches Gefühl, die Lichter des Transporters auf uns zukommen zu sehen! Nun ist er endlich da und ich bin so glücklich!

Endlich angekommen!
Hurra, Veneroso ist in Bayern angekommen!

3 Tipps, ein neues Pferd in die Herde zu integrieren!

1. In den ersten Tagen Abtrennung im Auslauf und auf der Koppel

Die lange Fahrt, die neue Umgebung und die Umstellung auf den Offenstall machten Veneroso sehr zu schaffen.
Die ersten Tage verbrachte Veneroso alleine im Paddock. Das war nicht einfach für ihn, er war sehr unruhig und gestresst, vor allem, wenn die Herde auf die Koppel durfte und er alleine auf einer benachbarten Koppel war.
Die Eingewöhnung fiel Veneroso sehr schwer.
Er nahm sich keine Zeit zum Grasen, sondern rannte die ganze Zeit am Zaun auf und ab, klatschnass geschwitzt und von den Mücken total zerstochen.
Das hatte zur Folge, dass das ohnehin sehr schlanke Pferdchen noch mehr abnahm- er wurde erschreckend dünn.
An Reiten war noch lange nicht zu denken, er musste erstmal wieder zunehmen.
Gegen die übelen Mückenstiche rieb ich ihn mit verdünntem Obstessig ab und sprühte Unmegen Zedanspray, doch das alles half nur wenig.

Bremsen- und Mückenattacken
Veneroso total zerstochen

So lernten wir uns langsam kennen
Ich setzte mich, wann immer ich Zeit hatte, zu ihm in sein Paddock oder auf die Koppel und so lernten wir uns langsam besser kennen.
Veneroso war sehr sehr scheu und nervös in dieser Zeit und ich merkte, dass er sehr wenig Vertrauen zu Menschen hatte.
Wenn er doch nur reden könnte! Was ihm wohl alles in seiner Vergangenheit widerfahren ist?
Putzen war auch nicht gerade einfach, da er ständig zappelte und unruhig hin und her wanderte. Hier war unendlich viel Geduld und Ruhe erforderlich, um diesem Pferdchen seine Angst zu nehmen.

lecker Heu

2. Tagsüber einige Zeit mit ruhigen braven Pferden zusammen stellen

Nach einigen Tagen stellte die Stallbetreiberin Veneroso z.B. vormittags für einige Stunden mit einem der ruhigen älteren Pferde auf den Reitplatz oder auch auf seine kleine Koppel.
Wichtig ist darauf zu achten, dass das andere Pferd ruhig bleibt und sich auch mal von der Herde trennen lässt. So konnten sich Veneroso und einige Pferde der Herde schon einmal kennen lernen.

3. In die Herde integriert und eingelebt

Nach ca. 14 Tagen in ‚Einzelhaft‘ durfte Veneroso in die Herde. Nun gehörte er dazu, sowohl im Auslauf als auch auf der Koppel.
Die Integration verlief relativ stressfrei, da Veneroso ja schon mit einigen der Pferde zusammen gestanden war.
Nun endlich nahm er auch wieder an Gewicht zu und entspannte sich zusehends. Er blühte förmlich auf.

mittlerweile eingegliedert in die Herde
er sieht schon besser aus

Hege und Pflege – die ersten Behandlungen nach Veneroso’s Ankunft

Hufpflege

Seine Hufe mussten unbedingt gemacht werden, er hatte keine Eisen drauf und das wollte ich auch so lassen.
Ich hatte zu Manolito’s Zeiten eine Huforthopädin, Andrea Birnbickel, kennen gelernt und sie wollte ich unbedingt für die Hufpflege haben!
Veneroso hatte und hat Strahlfäule und Zwanghufe, wenn auch nicht extrem. Ausserdem drehte er seinen rechten Hinterhuf leicht nach außen wenn er stand.
Seit September 2013 arbeitet Andrea alle 5 Wochen an Veneroso’s Hufen und sie werden langsam besser. Er steht schon viel korrekter da mittlerweile!

Physiotherapie

Wichtig war und ist mir auch eine gute Physiotherapie! Ach, es ist so wunderbar, wenn die Stallgemeinschaft ihre Pferde ähnlich behandelt wie ich es selber gerne machen würde und so empfahlen sie mir Petra Corrado, eine Physiotherpeutin und Osteopathin für Pferde und manchmal auch für Hunde und Menschen ;-).
Petra, was für ein Glücksgriff! Und wie erstaunt ich war, als sie das erste Mal kam und Veneroso sich von ihr ‚betatschen‘ ließ, ohne rumzuhampeln. Er genoß die Untersuchung und Behandlung sichtlich!
Da er ein sehr sensibeles Pferd ist zeigte er mir immer sehr schnell, wo es drückte oder klemmte, auch später, unterm Sattel.
Und Petra fand immer wieder die Stellen, wo es klemmte und massierte, tapete, machte Akupunktur sowie Farblichttherapie und Veneroso gedieh zusehends.
Sie empfahl anfangs bestimmte Mineralien, da sie Veneroso fehlten und zeigte mir, wie ich ihn z.B. am Mähnenkamm und Hals massiere, wie ich seinen sehr eingeklemmten Schweif lockere und wie ich die Hinterbeine stretche.

Wie es weiter geht lest ihr hier: Vertrauen aufbauen mit Bodenarbeit

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