Working Equitation – so ging es los

Pferdeverrückt

Als Kind und Jugendliche war ich das pferdeverrückteste Mädchen, was man sich vorstellen kann.
Als ich gerade 11 Jahre alt war zogen wir von der Großstadt Essen in das schöne 2000 Seelen Dorf Homberg bei Ratingen.
Hier begann meine Leidenschaft zum Pferd und zur Reiterei – überall war ich zu finden, um zu Reiten, Kutsche zu fahren oder um einfach nur so meine Zeit mit den Pferden zu verbringen, sie zu striegeln und mit ihnen spazieren zu gehen.
Ich war verzaubert von der Schönheit und Eleganz dieser wunderbaren Tiere.
Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde!
Genau das bedeutete es für mich, meine Zeit mit Pferden zu verbringen: Glück!
Nur mein Herzenswunsch, ein eigenes Pferd, erfüllte sich leider nicht.

Veränderungen: Diese Begeisterung für die Pferde und die Reiterei zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben und endete mit meinem Umzug nach München im Alter von 29 Jahren. Ich hatte einfach keinen Spaß mehr an der englischen Reitweise. Es langweilte mich, auf Schulpferden in großen Abteilungen am Reitunterricht teilzunehmen und mir taten die armen Tiere leid. Außerdem war ich beruflich stark gefordert, sodass auch nicht mehr viel Zeit blieb für eine Reitbeteiligung.

Kutschfahrt
Kutschfahrt an der Ostsee mit meinen kleinen Geschwistern

20 Jahre später

Es mussten 20 Jahre vergehen, bis meine große Leidenschaft wieder entflammte.
Im Frühsommer 2011 besuchte ich meinen guten Freund Adriano in Italien. Er lebt in Grosseto, einer hübschen Stadt in der Maremma/Toskana.
Von der Arbeitsreitweise der Butteri della Maremma fasziniert organisierte er eine wunderbare Show, das:
Spettacolo Butteri della Maremma
Sein Anliegen war es, den Einheimischen und Touristen diese alte Reittradition näher zu bringen.
Dieses Spettacolo findet im Sommer regelmäßig einmal in der Woche auf der Fattoria Il Marruchetone, einem wunderschönen alten Weingut, statt.
Adriano lud mich ein, seine Show zu besuchen und gemeinsam machten wir uns auf den Weg.

Das Spettacolo auf der Fattoria Il Marruchetone, Provinz Grosseto, Maremma

Es traf mich wie der Blitz: diese traumhafte Landschaft, das wunderschöne Gut, die so schönen maremmanischen Rinder und die Butteri (Rinderhirten) auf ihren Maremmanos, den Hütepferden der Maremma.

 


Die Butteri demonstrierten ihre Arbeit mit den Rindern – das Treiben, das Separieren, das Wiedereinfangen und auch das (simulierte) Kennzeichnen der Tiere.
Eine Hand am Zügel, in der anderen Hand den Uncino, den langen Hirtenstab, seit Jahrhunderten hat sich am Reitstil der Butteri nichts verändert.

Infiziert vom Virus Arbeitsreitweise

Ich hatte die ganze Zeit einen Kloß im Hals und kämpfte permanent mit den Tränen, so sehr berührte mich diese ‚Show‘.
20 Jahre saß ich nicht mehr auf einem Pferd, die Reiterei hatte mich einfach nicht mehr interessiert und dort in der Maremma brach das Pferdevirus wieder aus und ich wusste: so etwas in der Art möchte ich machen!
Nicht Westernreiten, das gefiel mir nicht, so wie es in Deutschland praktiziert wurde und wird, aber diese Einheit mit dem Pferd und der Natur, das stellte ich mir ganz wunderbar vor.
Am Ende der Veranstaltung durfte ich mich auf eines der Maremmanos setzen, Nettuno, viel zu kurze Bügel, aber ein unendlich großartiges Gefühl der Freiheit und der Erfüllung.
Über meine Ausritte mit den Butteri Olivando und Marco ein Jahr später könnt ihr hier lesen: Maremma 2012

Mein Traum kann Wirklichkeit werden

Aufgeregt berichtete ich meiner Schwester Heike, die seit vielen Jahren reitet und ein eigenes Pferd hat, von meinem Erlebnis.
Und das war neu für mich: sie erzählte, dass es so etwas auch in Deutschland gäbe und Working Equitation heiße.
Sie verfolge schon seit langem mit Begeisterung alles, was sie zum Thema Arbeitsreitweise finden könne …
Schliesslich schickte sie mir ein Video von Rolf Janzen, einem deutschen Working Equitation Reiter, und da war es um mich geschehen!

Wie es weiter geht kannst du in meinem Reiterblog lesen: Mein Wiedereinstieg in die Reiterei

Bist du auch späte(r) Einsteigerin/Einsteiger oder Wiedereinsteigerin /Wiedereinsteiger in die Reiterei?
Welche Begebenheit hat deine Leidenschaft wieder ausbrechen lassen?

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4 thoughts on “Working Equitation – so ging es los

  1. hi!

    Sorry für den doppelten Kommentar, er wurde mir gestern nicht angezeigt. Da hab ich ihn heute nochmal verfasst. Siehe da, auf einmal sehe ich ihn!:O) Vielleicht kannst du ja einen löschen.

    Momentan werde ich mir glaube ich eher kein Pferd kaufen. Das hat den einfachen Grund, dass ich viel zu sehr an meinem Pflegepferd hänge! Die Besitzerin ist mittlerweile zu einer Freundin geworden. Wir reiten oft gemeinsam, da sie noch ein zweites Pferd hat. Um ehrlich zu sein, fühlt es sich schon fast an wie ein eigenes! Alle Hochs und Tiefs lebe ich mit… Da die Besitzerin noch ein zweites Pferd hat darf ich sehr viel Zeit mit ihr verbringen. Es ist einfach wunderschön!:O)

    lg Claudia

    • Workinsister

      Hallo Claudia,
      das klingt super und freut mich sehr! viel Spaß weiterhin, LG, Claudia

  2. hi!
    Ich hab vor 2-3 Jahren wieder mit dem reiten begonnen. 15 Jahre hat es gedauert bis ich meine Leidenschaft wieder entdeckt habe. Ich hatte eine harte Zeit hinter mir und eine Freundin meinte: “Was hat dich früher aufgeheitert als es dir schlecht ging?” Es gab für mich nur eine richtige Antwort:”Pferde!” Seitdem hat sich viel verändert! Ich habe ein Pflegepferd und bin vier mal die Woche im Stall. Ich kann mir ein Leben ohne Sie nicht mehr vorstellen.

    Lg Claudia

    • Workinsister

      Hallo Claudia,
      ganz herzlichen Dank für deinen schönen Bericht, der so sehr dem meinen gleicht! Ich wünsche dir weiterhin viel Freude mit deinem Pflegepferd und wer weiß, vielleicht kaufst du dir ja bald auch ein eigenes Pferd!?! Damit verändert sich dann nochmal alles, es ist eine weitere noch schönere Erfahrung! Liebe Grüße, Claudia

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