Dressur- und Trailunterricht bei Esther Anna-Maria Maurer in Finsing

Das Foto zeigt Esther mit der ca. 40jährigen Shetty-Stute Stella in Finsing.
Nun wird es langsam zur schönen Regelmäßigkeit: ca.1x im Monat kommt Esther Anna-Maria Maurer zu uns nach Finsing an den Stall, um uns Unterricht in Dressur und Training im Trail zu geben.
Mittlerweile hat sie auch bei uns eine hübsche kleine Fangemeinde. Wir sind an so einem ‘Esther-Tag’ mindestens
4 Reiterinnen, die am Unterricht teilnehmen und können uns auch immer wieder über interessierte Zuschauer freuen.
Es muss sich ja irgendwie auch für Esther lohnen, immerhin kommt sie eigens über 120 km aus Oberammergau angereist, um uns nach unseren jeweiligen Wünschen und Schwerpunkten gezielten Unterricht zu erteilen.

Working Equitation und Doma Vaquera

Ich habe Esther im August 2012 bei meinem ersten Working Equitation Turnier in Pullman City kennen gelernt (damals mit Manolito, meiner Reitbeteiligung) und seitdem haben wir uns immer wieder auf diversen Working Equitation Turnieren gesehen, sie als Teilnehmerin in der Masterclass, ich als begeisterte Zuschauerin.
Ganz besonders gut hat mir das Doma Vaquera Turnier gefallen, das sie in ihrem damaligen Stall in Kochel am See organisiert und mit ihrem Anglo-Araber-Wallach Tropica´s Arazi auch teilgenommen und den 1. Platz belegt hat.
Sehr beeinndruckt haben mich auch
ihre Auftritte auf der Pferd International 2014 mit ihrem Team und mit Manuel Jorge de Oliveira.
Was mich außerdem sehr freut: Esther hat von 2000 bis 2004 in der Toskana gelebt und gearbeitet, unter anderem auch mit den Butteri, den berittenen Rinderhirten der Maremma.
Nachdem ich im Februar diesen Jahres an einem Kurs mit Rolf Janzen in ihrem Stall teilgenommen hatte haben wir beschlossen, es mit regelmäßigem Unterricht bei uns in Finsing zu versuchen.

Wer ist Esther Maurer



Esther ist ausgebildete Pferdewirtin, Bereiterin und Reitlehrerin für Working Equitation und Klassische Dressur.
Mehr über ihren Werdegang findest du hier: Werdegang
Ganz besonders gut gefällt mir ihre Philosophie:

 

Technisches Reiten ist absolut notwendig. Das Wissen über die verschiedenen Hilfen, deren Anwendung und Ausführung und ein guter losgelassener Sitz ist die Basis guten Reitens.
Genauso wichtig ist aber auch das Bewusstsein und das Verständnis, dass wir es mit einem eigenständigen Lebewesen zu tun haben, das zwar sehr intelligent, aber dennoch von Instinkten gelenkt ist.
Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass der Pferdekörper nicht von Natur aus dazu geschaffen ist, unter dem Gewicht eines Reiters die von ihm verlangte Arbeit zu leisten.

Wer wirklich ein Meister der Reitkunst werden will, muss deshalb neben der reiterlichen Technik, dem Gefühl und dem Wissen um Anatomie, angeborene Instinkte und Herdenverhalten auch vor allem so veranlagt sein, daß ihm schon die Bekämpfung von Schwierigkeiten an sich Vergnügen macht und seine Stimmung dadurch nicht nur nicht getrübt, sondern sogar gehoben wird!!

Üble Laune, Verbissenheit, Ungeduld, mangelnde Selbstbeherrschung machen jeden wirklichen Fortschritt in der Pferdeausbildung unmöglich!!
Zitat Gustav Steinbrecht :” Fortschritte macht Dein Pferd nur, wenn Du auf gutem Fuße mit ihm stehst. Selbst wenn Du seine schlechten Neigungen, sein natürliches Widerstreben bekämpfst, muß Dein Umgang mit ihm stets von einer wohlwollenden Gemütlichkeit angehaucht sein!”

Besonders als  Turnier- Profi- oder Berufsreiter muss man darauf achten das man im Laufe der Zeit nicht jedes Pferd über einen technischen Kamm schert, sondern auf jedes Pferd einzeln eingeht. Er muss sich auf den Charakter, die Erfahrungen und die Eigenarten jedes einzelnen Pferdes einstellen.

Aber auch der Freizeitreiter muss sich bewusst werden das er für das Wohlbefinden seines Pferdes für dessen körperliches Training und  Gymnastizierung verantwortlich ist, damit das Pferd, das nicht zum Tragen eines Reitergewichtes geschaffen ist, auch sein Leben als Freizeitpartner schmerzfrei und langfristig leben kann.  Nur am langen Zügel, ohne ausbalancierten Sitz  im Stechtrab ohne Rücken durch´s Gelände zu jagen ist die gleiche Quälerei wie die “Rollkur” auf dem Turnierplatz.

Ich möchte  im Rahmen meines Unterrichtes nicht nur die technischen Notwendigkeiten beibringen sondern auch die Sensibilität vermitteln, die nötig ist, um die Technik im richten Maß, im richtigen Augenblick und mit der richtigen Intensität anzuwenden, immer mit Gefühl und Verständnis für bestimmte Reaktionen und immer in Zusammenarbeit mit dem Partner Pferd.

Unterricht

Ich erinnere mich noch sehr gut an unsere erste Stunde – es wurden gleich zwei hintereinander – im April diesen Jahres.
Es ging um die Basics, um meinen Sitz, um mehr Struktur in meiner Reiterei und um den Umgang mit Veneroso.
Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich habe eine Menge gelernt. Viele ihrer Bilder werde ich nie vergessen

  • die liegende Acht im Schritt
  • meine Beine vom Pferd holen lassen
  • Esther hat den Eindruck, ich sei Passagier, Veneroso der Pilot
  • Reiten auf dem Dressurviereck ist Malen nach Zahlen
  • ich muss ein konkretes Bild bei den Zirkelpunkten haben
  • Travers: vorne gestellt und hinten gebogen – mein Oberkörper gerade
  • Wenn Veneroso seinen spanischer Zackelschritt zeigt: immer zuerst meinen Sitz korrigieren – Mitschwingen mit der 8
  • meinen Sitz überprüfen, wenn Veneroso seinen Rücken wegdrückt und den Kopf hoch reißt
  • auf dem Hintern sitzen, kein Hohlkreuz
  • nicht zappeln auf dem Pferd, ruhig sitzen, wenn er steht
  • am Tor halten üben
  • je höher die Gangart umso kürzer das Pferd
  • Breite Hände bedeutet nicht: keine Anlehnung

 

Juni 2015: unsere zweite Einheit bei Esther

An einem der heißesten Tage im Juni kam Esther zum zweiten mal zu uns. Nun waren wir eine Gruppe von 4 Reitern (dieses mal Simona, Nikki und Nico aus einem Nachbarstall und ich), und haben uns entschieden, im Trailparcours zu trainieren. Ich glaube, ich hatte noch Glück, um 12:00 Uhr zu reiten, alle anderen ritten tapfer in den 3 Stunden danach und ich bin froh, dass niemand vom Pferd gekippt, kein Pferd schlapp gemacht und Esther auch prima durchgehalten hat.
Trotz der sengenden Hitze hatten wir eine Menge Spaß und wieder viel lernen und mitnehmen können.
Veneroso und mein Fokus lag im Slalom um die Stangen im Schritt, Trab und Galopp sowie im korrekten seitwärts reiten über eine Stange.

Am Sonntag, 26.07.15 unsere dritte Einheit bei Esther

Dieses mal war uns der Wettergott gnädig und wir hatten optimale Reitbedingungen. Wir waren wieder eine Gruppe von 4 hochmotivierten und begeisterten Schülerinnen, Birgit, Coni und ich aus unserem Stall und Simona aus einem weiter entfernten Nachbarstall. Toll, dass ich immer mehr Reiterinnen für unser Training gewinnen und begeistern kann – so macht das Organisieren riesigen Spaß!
Schade war es, dass ich ein wenig schwächelte (leichter Infekt, Sommergrippe?) und Veneroso ebenfalls Konzentrationsprobleme hatte (Herde war auf der Koppel – ohne ihn).

Zuerst arbeiteten wir daran, Veneroso ruhig und konzentriert zu bekommen:

  • breite tiefe ruhige Hände: er war sehr unruhig im Maul und so vermittele zumindest ich eine gewisse Ruhe
  • viele Wiederholungen, z.B. 8er um 2 Stangen
  • Veneroso beschäftigen durch Seitengänge, Volten und Zirkel

Als Veneroso dann einigermaßen bei mir war begannen wir mit dem Slalom um die Stangen.
Wir arbeiteten an Stellung und Biegung im Trab und ich arbeitete daran, mir exakte Wege vorzustellen, halbe Volte um die Stangen, dann gerade richten, auf die nächste Stange zu, umstellen und wieder halbe Volte, gerade richten, umstellen, halbe Volte um die nächste Stange usw.
Nachdem das einigermaßen klappte versuchten wir es auch im Galopp mit einfachen Wechseln. Wieder passierte es, dass ich mit Veneroso um die Stangen herumschleuderte und die Linien nicht ordentlich ritt.
Wir versuchten, das zu korrigieren, unter anderem damit, die halben Volten bewusst im Travers zu reiten. Da liegt noch eine Menge Training vor uns – kaum zu glauben, was das für Herausforderungen sind, wo es doch bei den Workern in den hohen Klassen so einfach und selbstverständlich aussieht!

Es war für uns alle ein phantastischer, lehrreicher und spaßiger Tag und ich bedanke mich im Namen aller Reiterinnen bei Esther für ihren wunderbaren Unterricht! Wir freuen uns alle sehr auf den nächsten Termin im August.


 

 

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