Stallwechsel: vom Offenstall zum Aktivstall

Veneroso zieht um von einem Offenstall in einen Aktiv- und Bewegungsstall!
Manchmal ist es an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Stallwechsel! Eine Entscheidung, die ich mir nicht leicht gemacht habe und die mir in den letzten Wochen einige Magenschmerzen verursacht hatte.
Aber schlussendlich geht es darum, dass man die Verantwortung für sein Pferd trägt und zum Wohle des Pferdes entscheiden muss.
Anna Eichinger hat sich in ihrem Blogbericht: Wir haben es in der Hand ebenfalls Gedanken gemacht zu dem Thema Varantwortung.

2 Jahre im Offenstall

Nach 26 Monaten, die Veneroso, mein Hund Benni und ich in diesem kleinen Offenstall verbringen durften, steht nun ein Stallwechsel für uns alle an.

Offenstallhaltung
Veneroso ist mein erstes eigenes Pferd und lebte vom ersten Tag an, seit ich ihn besitze, in diesem Stall in einer kleinen gemischten Herde von 15 Pferden.
Es gibt einen vegetationslosen Auslauf und 3 Koppeln. Die Pferde können, wenn sie wollen, einen frei zugänglichen Stall aufsuchen.
Ferner gibt es einen Paddock mit Unterstand, in der z.B. Gastpferde, kranke oder neue Pferde zur Eingewöhnung untergebracht werden. Inmitten des Auslaufs befindet sich ein kleiner Reitplatz mit Teppichschnitzeln und Flutlicht.
Die Pferde bekommen 2 mal am Tag Kraftfutter. Um sicherzustellen, dass jedes Pferd seine Ration erhält, wird ihnen zur Fütterung ein Eimer mit ihrer Ration Hafer oder Müsli um den Hals gehängt.
In der Weidesaison kommen die Pferde 2 mal am Tag für jeweils ca. 2 Stunden auf die Koppel, im Winter wird die Koppel nur bei entsprechender Witterung geöffnet (trocken, Schnee…).
Im Sommer gibt es einmal täglich, im Winter 3 mal täglich Heu, zusätzlich wird zu jeder Jahreszeit Stroh zum Knabbern angeboten.


Meine Zeit mit Venoroso im Offenstall
Ich hatte eine Menge zu lernen als frischgebackene Pferdebesitzerin und bin hier quasi in die Grundschule der Pferdehaltung gegangen.
Ich hatte das riesige Glück, auf eine tolle Stallgemeinschaft zu stoßen. Alle Reiterinnen üben sich in der klassischen Reitweise und standen meiner Leidenschaft Working Equitation aufgeschlossen gegenüber.
Ich hatte mehrmals Unterricht bei Manuel Jorge de Oliveira, der über eine Stallkollegin einige Male an unserem Stall unterrichtete.
Ich organisierte 2 Kurse mit Rolf Janzen und regelmäßigen Reitunterricht bei Esther Maurer und Christina Wunderlich.
Für das Trailtraining hat die Stallbesitzerin sogar einen Trailparcour gebastelt – großartig!
Wir fuhren gemeinsam ins schöne Altmühltal und an den Chiemsee zu Wanderritten. Außerdem organisierte die Stallbesitzerin etliche Geburtstagspartys und Sommerfeste, die in ihrem Garten und Haus stattfanden. Ich hatte in diesem Ort fast so etwas wie mein zweites Zuhause gefunden.

Nun wirst du dich fragen, warum dann ein Stallwechsel?

Der wichtigste Grund: ich wünsche mir für Veneroso mehr Heu, am liebsten Heu ad libitum.
Veneroso ist aufgrund seines Temperaments und seiner Veranlagung eher schwerfuttrig und hat im letzten Winter ziemlich abgenommen. Selbst in diesem Sommer gab es immer wieder Phasen, in denen er eher klapprig aussah und nervös wirkte. Die Weiden sind abgegrast und die Heuzufuhr wurde nicht erhöht.
Auf meinen Kursen in anderen Ställen habe ich diese Nervosität bei Veneroso nicht beobachten können – dort bekam er immer ausreichend Heu zu fressen. Ich befasste mich mit immer mehr Literatur zum Thema Pferdefütterung und erfuhr, dass Heu ad libitum die beste Form der Fütterung ist.
Daniela von Hippovital hat zum Thema Heu ad libitum diesen informativen Beitrag geschrieben: Fit durch den Winter – Gedanken zur Fütterung
In meinem Blogbeitrag: Pferd eindecken, ja oder nein geht es unter anderem auch darum, dass die ausreichende Heufütterung sehr wichtig für die Thermoregulierung der Pferde im Winter ist.
Leider fanden wir keine befriedigende Lösung, um Veneroso mit mehr Heu zu versorgen und so entschied ich mich, einen neuen Stall für Veneroso zu suchen.
Ein weiterer Grund:
Der letzte Winter war hart und, wie schon Anfang des Jahres in meinem Blogartikel: Wenn der Reitplatz nicht bereitbar ist berichtet, war es fast 3 Monate nicht möglich, vernünftig zu trainieren,
Der Reitplatz war vereist und eine Halle gibt es nicht. Das hat mich sehr genervt und ich dachte immer wieder darüber nach, ob ich so einen weiteren Winter erleben möchte.
Leider nahm ja Veneroso nicht nur aufgrund der Kälte und der zu geringen Heuzufuhr ab, sondern verlor auch Muskulatur mangels regelmäßigen Trainings.
Ich konnte und wollte mein Pferd nicht mehr so dünn erleben und entschied mich deshalb zu einem Stallwechsel.

Aktiv-Bewegungsstall

Eine Offenstallhaltung sollte es wieder werden und meine Wahl fiel auf den Aktiv-Bewegungsstall Sonnenland in Neufarn bei Vaterstetten.
Dieser Stall wurde mir von einer Reitfreundin, Ilona, empfohlen, die ihr Pferd dort eingestellt hat und sich freundlicherweise die Zeit nahm, mit mir einen Rundgang zu machen, um mir alles zu zeigen.
Es gibt eine sehr schöne, große Reithalle, zwei Außenplätze, einen Roundpen und ein wunderschönes weitläufiges Ausreitgelände mit Feldwegen, Hügeln und Wäldern. Man hat immer wieder einen wunderbaren Blick auf die Berge.

Aktiv-Bewegungsstall
Es gibt zwei Herden: eine reine Wallach- und eine Stuten/Wallachgruppe (ca. 40 Pferde pro Gruppe).
Es gibt verschiedene Bereiche, in denen die Pferde fressen, saufen, ruhen und sich wälzen können.
Die Kraftfutterfütterung erfolgt über Fütterungsautomaten. Die Pferde tragen einen Chip, entweder eingeflochten in die Mähne oder in Sicherheitshalsbändern.
Diese Chips werden individuell programmiert und so erhält jedes Pferd seine entsprechende Tagesration, bis zu 20 kleine Portionen Kraftfutter, Hafer und/oder Müsli.
Außerdem wird programmiert, wie viele Stunden am Tag das Pferd Zugang zum Heuhaus oder zu den Weiden hat.
Die Weiden und das Heuhaus sind nur über die Kraftfuttermaschinen erreichbar. Entsprechend der Programmierung öffnet sich nach der Kraftfutterfütterung die Tür entweder in Richtung Heuhaus/Koppel oder in den vegetationslosen Auslauf mit Tränke und Liegeflächen.
Mehrmals am Tag werden alle Pferde aus dem Heuhaus getrieben – nur so kann ja sichergestellt werden, dass die Pferde, die nicht Heu ad libitum erhalten, tatsächlich auch nicht den ganzen Tag im Heuhaus verbringen.
Dies alles erscheint mir die optimale Lösung für Veneroso! Hier kann er individuell gefüttert werden und selber entscheiden, ob er Heu fressen möchte, lieber auf der Koppel ist oder einfach nur mal ruhen möchte.

Über die Eingewöhnung von Veneroso in seinen neuen Stall erfährst du in meinem nächsten Bericht.
Ganz herzlichen Dank an Ilse Swar, unsere Haus- und Hoffotografin, für das Beitragsbild und einige der Fotos in der Galerie! Ich vermisse dich jetzt schon, und das nicht nur wegen der vielen schönen Fotos, durch die du in den letzten Monaten so viele schöne Events für uns festgehalten hast!

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2 thoughts on “Stallwechsel: vom Offenstall zum Aktivstall

  1. Wie schön, dass Veneroso nun ein noch schöneres und artgerechteres Zuhause gefunden hat! Das klingt wirklich toll. Faible und ich haben auch gerade einen Stallwechsel hinter uns gebracht und ich konnte bereits nach kurzer Zeit positive Veränderungen bei ihr (und auch bei mir!) bemerken. Viel Glück weiterhin euch beiden! 🙂

    • Let´s go working!

      Vielen Dank Dir und auch euch weiterhin viel Glück für euren gemeinsamen Weg! Es ist wirklich wunderbar festzustellen, dass die Entscheidung richtig war und wir beide uns so richtig wohl fühlen!

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